Geschichte

Hilfe für Guasmo - ohne Umwege seit 1986

Begonnen hat unsere Arbeit in Ecuador im Jahre 1986. Initiator war Johannes Graupner (Firma Graupner-Modellbau in Kirchheim/Teck), der die Tochterfirma EBAGEC für die Gewinnung von Balsa-Holz in Guayaquil betreibt. Deren damaliges 10-Jahres-Jubiläum ist für ihn Auslöser gewesen, "etwas für die Menschen zu tun, die in den Slums leben".

 

Dafür hat er im Dezember 1986 Frau Ursula Hauser gewonnen, die seitdem der Initiative Gestalt, Richtung und Form gibt. Sie hat zielstrebig mögliche Projekte
im Guasmo - dem größten Slum in Guayaquil - evaluiert und 1987 zusammen mit den Madres Doroteas die praktische Arbeit dort begonnen.

1987-1992: Erste Schritte, erste Erfolge

Im Slum Guasmo wurden erste Einrichtungen zur beruflichen Qualifikation errichtet - dazu eine einfache medizinische Station und eine Kinderkrippe, um jungen Müttern mehr Freiraum für die Ausbildung zu verschaffen. In Deutschland wurde um Paten für Kinder und Projekte geworben.

1992-1994: Neue Bauten, neue Patenschaften, neue Chancen

Kinderkrippe und Sanitäranlagen im Kindergarten wurden hergerichtet. Eine neue Zisterne verbesserte das Trinkwasser, eine Bäckerei die Brotversorgung. Insgesamt wurden 60 Patenschaften geworben. Außerdem wurde eine Sozialarbeiterin für die Betreuung von Patenkindern und Familien in dieser schwierigen Umgebung engagiert.

1994 Die Gründung des Vereins "Hilfe für Guasmo e. V."

Die Arbeit und ihre regelmäßige Begleitung vor Ort (Controlling und Supervision) wuchs in diesen Jahren stark an. 1994 gründeten wir deshalb den Verein "Hilfe für Guasmo e. V.". Frau Ursula Hauser ist von Beginn an Erste Vorsitzende und führt die Geschäfte - zusammen mit anderen, die natürlich alle ehrenamtlich tätig sind. Die Spenden, die wir für die Finanzierung der Arbeit in Ecuador einwerben können, sind steuerlich anerkannt und gehen zu 100 Prozent in die Projekte vor Ort. Andere Kosten (wie z. B. Reisekosten) werden privat getragen.

1995 bis 2000: Bessere Ausrüstung, mehr Patenschaften und das "Centro ISE"

Mit Hilfe von engagierten Lehrern haben wir Freizeitangebote eingerichtet um Kinder und Jugendliche von der Straße wegzubekommen.
Daraus entstand das Centro ISE (Lernen/Wissen/Erziehen), das inzwischen Grund- und Aufbaukurse für alle Altersgruppen der Bewohner des Guasmo anbieten kann. Wieder stieg auch die Zahl der Patenschaften.
Die Nachfrage in allen Kursen stieg enorm. Neue Räume waren dringend erforderlich. So wurde das Centro ISE um neue Räume erweitert und die beruflich qualifizierenden Einrichtungen mit neuen Werkzeugen und Maschinen ausgestattet. Auch den Neubau der Primärschule für 1.400 SchülerInnen haben wir mitfinanziert.

Seit 2000 - unsere Arbeit geht weiter:

Die persönlichen Patenschaften mit dem Schwerpunkt Ausbildung sind weiterhin das Wichtigste. Daneben stehen Projekt-Patenschaften für den "Centro ISE". Dieser darf seit Herbst 2004 in eigener Regie das Abendgymnasium Colegio a Distancia "Hermann Hesse"' führen. Dies ist die einzige vom Bildungsministerium für die Provinz Guayas eingerichtete Zugangsstufe dieser Art: eine Anerkennung für den besonders qualifizierten und erfolgreichen Unterricht, der hier stattfindet.

Das Kursangebot soll erweitert, die Gebäude weiter ausgebaut werden. Lehr- und Lernmaterial, Gehälter der Lehrkräfte, Betreuung durch Sozialarbeiterinnen werden von uns finanziert.
Puerto Napo: Weit weg von der Großstadt.

In fast 20 Jahren hat sich in Guayaquil ein ganzes Netzwerk aus Projekten entwickelt. Doch wir sind weiter gegangen: Seit 1992 helfen wir auch in Puerto Napo in der Urwaldregion Napo (Amazonasregion). Der Anstoß: Eine zuvor in Guayaquil tätige Superiora der Madres Doroteas wurde nach Puerto Napo versetzt und überzeugte uns, dass auch dort Hilfe dringend gebraucht wird.

In Puerto Napo haben wir in derselben Weise zu arbeiten versucht, die schon im Guasmo erfolgreich gewesen ist: Unterstützung und Supervision bei Projekten, die jungen Menschen eine Ausbildung und damit eine Chance auf ein besseres, unabhängiges Leben ermöglichen.

Unser Erfolgsrezept funktioniert auch im Urwald.
Wir wissen, dass es geht, wie es geht und dass es weitergehen muss.

Das bisher Erreichte gibt uns Mut und Ansporn zur intensiven Fortführung unserer Bemühungen, auch weiterhin die räumlichen, materiellen und personellen Voraussetzungen zu schaffen, damit den jungen Menschen eine Chance zur Aus- und Weiterbildung gegeben wird, um durch berufliche Qualifikation aus dem Teufelskreis der Armut heraus zu kommen.