Guasmo: Hilfe, die ankommt

Nürtinger Zeitung, 09.11.2016
Der Kirchheimer Verein stellt die Mitarbeiter vor, die sich in Ecuador um die Projekte kümmern.

v.l.n.r.: Marialorena Pacheco, Ingrid Torres, Angie Castellanos
v.l.n.r.: Marialorena Pacheco, Ingrid Torres, Angie Castellanos

Das Team des Vereins „Hilfe für Guasmo“ in Guayaquil – Marialorena, Angie und Ingrid pm
KIRCHHEIM (pm). „Wie sicher kann ich sein, dass meine Spende ankommt? Wer kümmert sich vor Ort um die Verwendung meiner Zuwendung in meinem Sinne?“ Deutsche verfügen laut Medienberichten über eine hohe Spendenbereitschaft, und sie stellen Fragen zum Verbleib ihres Geldes. Der Kirchheimer Verein „Hilfe für Guasmo“, seit 1987 in Ecuador/Lateinamerika tätig mit dem Ziel, armseligste Lebensverhältnisse durch Bildung und Ausbildung zu verbessern, gibt Auskunft.
Der Verein hat Leitsätze. Einer davon: An den Verein gespendetes Geld muss ohne Abzüge dort ankommen, wo es dringend gebraucht wird. Das ist bei „Hilfe für Guasmo“ nur möglich, weil alle Mitarbeiter in Deutschland ehrenamtlich arbeiten und weil Reisen nach Ecuador privat bezahlt werden. Außerdem: Die geförderten Kinder oder ihre Familien bekommen kein Geld in die Hand. Sie erhalten, was sie brauchen: Schulkleidung, Schulmaterial, bei Bedarf medizinische Hilfe; die Mütter bekommen Beiträge zu Ausbildungskursen, damit sie ihren Kindern bessere Erziehung, Ernährung und schulische Unterstützung zukommen lassen können. Allein, ohne Begleitung durch unsere Sozialarbeiterinnen, können die Kinder den schweren Weg aus der Armut nicht schaffen.
Die korrekte und dokumentierte Verwendung des Geldes aus Deutschland liegt seit eh und je in den Händen einheimischer, fachlich qualifizierter Mitarbeiter. Dafür vertrauenswürdige Menschen zu finden, bedarf neben Recherchen eines in Jahren gewachsenen Fingerspitzengefühls. Vertrauen entsteht nicht von selbst, aber „Hilfe für Guasmo“ fand im Laufe der fast 30 Jahre sowohl in der Hafenstadt Guayaquil als auch in der Sierra (Salasaca) und in der Urwaldregion in Puerto Napo Menschen, die das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen. Die Verantwortlichen in Deutschland wurden nicht enttäuscht; sie können sich auf diejenigen verlassen, die vor Ort arbeiten und als Einheimische den besten Zugang zu den unterstützten Menschen haben.
Da ist zuerst und vor allem Marialorena in Guayaquil, die fließend deutsch spricht, seit 20 Jahren für „Hilfe für Guasmo“ arbeitet, und in deren Händen die – stets mit der Vereinsführung abgestimmte – Verwendung der Spenden liegt. In La Aurora im Norden von Guayaquil wird ein Kindergarten finanziert und größeren Kindern der Schulbesuch ermöglicht. Anlaufstelle für die Familien ist dort die vom Verein gebaute Bildungs- und Begegnungsstätte.
Die ehemaligen Sozialarbeiterinnen Veronica und Jacqueline haben sich verabschiedet, weil sie woanders neue berufliche Wege einschlagen wollen. Jetzt hat Ingrid Torres in La Aurora Verantwortung übernommen. Ingrid hat schon vor Jahren nebenberuflich die Sekretariatsarbeiten von „Hilfe für Guasmo“ erledigt. Nach ihrem Studium zur Sozialarbeiterin arbeitet Ingrid nun neben ihrer Tätigkeit für ein Unternehmen wieder für unsere Schutzbefohlenen. Sie kennt die Familien schon lange. Kompetent und vertraut mit diesem Aufgabenbereich weist sie die jüngste Mitarbeiterin, Angie Castellanos, ein, die, wie Ingrid damals, im Abendstudium eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin durchläuft und tagsüber für die Aufgaben des Vereins tätig ist.
In Salasaca in den Anden trägt der Verein das Gehalt des Lehrers Manuel, damit in der ohnehin ärmlichen Dorfschule der vollständige Unterricht gewährleistet ist. In der Urwaldregion am Rio Napo kümmert sich die Sozialarbeiterin Sandra seit fast 20 Jahren neben ihrer hauptamtlichen Tätigkeit für eine staatliche Organisation ehrenamtlich um die vom Verein geförderte Berufsausbildung junger Frauen; darüber hinaus steht sie ihren Schützlingen bei der Bewältigung ihrer oft schweren Lebenssituationen zur Seite.
Im Laufe von fast 30 Jahren musste sich der Verein „Hilfe für Guasmo“ immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Bisher ist es stets gelungen, die Verantwortung auf vertrauenswürdige Schultern zu übertragen.
Infos: www.hilfe-fuer-guasmo.de